Was ist Psychotherapie?

Psychotherapie ist eine der ältesten Disziplinen in der Heilkunde. Das Wort kommt aus dem Griechischen und bedeutet: Behandlung der Seele. Sie stellt heute eine anerkannte Heilmethode dar, deren Wirksamkeit wissenschaftlich sehr gut belegt und dokumentiert ist. Psychotherapie behandelt psychische Störungen von Krankheitswert.

Krankheitswertig sind psychische Probleme z.B. dann, wenn die Bewältigung des Alltags nicht mehr oder nur noch mühsam gelingt oder aber, wer sich in seinen Beziehungen und in der Arbeit nicht mehr befriedigend betätigen kann und z.B. Ängste, Depressivität, Zwänge, u.a.m. entwickelt werden.

Wer eine Psychotherapie machen will, braucht die Bereitschaft Persönliches mitzuteilen - familiäre Herkunft, Werdegang, berufliche und familiäre Situation... -, als auch den Mut spezifische, negative Erlebens- und Verhaltensweisen zu hinterfragen bzw. Änderungen aktiv anzugehen. Psychotherapie wirkt nicht passiv wie eine in der Körpermedizin zu schluckende "Tablette".

Das Lösen innerer Konflikte, das Akzeptieren von Grenzen, Verarbeiten schmerzhafter Erfahrungen, Kränkungen und Verlust können intensive Themen sein, ebenso wie Selbstwertkrisen & Nachreifen, um selbstständiger, entscheidungs- und konfliktfähiger zu werden oder um hemmende Ängste, Depression(en) u.a.m. zu überwinden. Bei Jugendlichen steht mehr die Kontrolle von Emotionen und des Verhaltens, sowie die Steigerung des Selbstwerterlebens im Vordergrund.

Chronifizierte Beschwerde- und komplexe Krankheitsbilder, sowie Süchte benötigen Zeit und Ausdauer d.h. eine Langzeittherapie(n) ist anzuraten und indiziert. Diese Behandlungen führe ich selbst nicht mehr durch. Ich kann Ihnen erfahrene Kollegen benennen. Sie müssen mit einer Wartezeit rechnen.

Wann ist professionelle Hilfe anzuraten?

Sobald Sie merken, dass Symptome, Beschwerden und Probleme über einen längeren Zeitraum bestehen und sich verschlimmern, obwohl Sie selbst aktiv versucht haben, eine Besserung herbeizuführen.

Zu einem Psychologen zu gehen, setzt in der Regel die Überwindung von Scham voraus und wird zuerst oft als "Scheitern" erlebt. In Wirklichkeit ist es aber ein Zeichen von Stärke und Selbsterkenntnis, die Sinnhaftigkeit eines solchen Schrittes anzuerkennen und in die eigene Hand zu nehmen.

Mehr Unterstützung: www.psychenet.de / Psychische Gesundheit / Selbsttests

Was ist ein Psychologischer Psychotherapeut?

Der Begriff "Psychologischer Psychotherapeut" ist seit dem 1. Januar 1999 eine gesetzlich geschützte Berufsbezeichnung. Für die Zulassung zur Heilkunde ist die Approbation notwendige Voraussetzung.

Die Approbation setzt neben dem Abschluss des Studiums der Psychologie mit einem Diplom bzw. Master eine mehrjährige Ausbildung in einem sozialrechtlich zugelassenen Therapieverfahren (Verhaltenstherapie, Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie oder Psychoanalyse) voraus.

Der psychologische Psychotherapeut ist im Arztrecht dem Facharzt gleichgestellt.

Was ist Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie?

Die tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie erreicht Linderung oder Heilung von Beschwerden über die Erarbeitung von Einsicht und Lösungen in wirksame, innere Konflikte, die sich im aktuellen Lebensalltag im Zusammenwirken mit gegenwärtigen Problemlagen krankheitswirksam auswirken. In der Krankheitslehre wird davon ausgegangen, dass unbewusste Motive und Beweggründe für die Entstehung und Aufrechterhaltung psychischer und psychosomatischer Erkrankungen bzw. für die bestehende Symptomatik mit eine bedeutsame Rolle spielen.

Die Basis für positive Veränderung und Gesundung ist eine tragfähige therapeutische Arbeitsbeziehung. Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie ist individuell auf Sie zugeschnitten und nicht standardisiert. Die Zusammenhänge zwischen der aktuellen Symptomatik und biografischen Hintergründen werden erarbeitet. Daraus leitet sich der Schwerpunkt der Behandlung ab. Ressourcen und Stärken werden in die Behandlung mit integriert.

Ihre Mitarbeit ist notwendig. Das meint die Bereitschaft sich mit der aktuell gegebenen Lebenssituation und persönlichen Geschichte vertieft zu befassen, sich die dafür nötige Zeit zu nehmen, ggf. Übungen und Aufgaben mit eingeschlossen. Bei Jugendlichen wird die Vorgehensweise dem jeweiligen Entwicklungsniveau angepasst. Regelmäßige Elterngespräche (ca. 5 - 6 Wochen) gehören integrativ mit zur Behandlung.

Was ist Systemische Therapie?

Die systemische Therapie versteht psychische Störungen unter besonderer Berücksichtigung von Beziehungen. Neben der Sicht auf Belastendes stehen die Nutzung von Fähigkeiten und Kompetenzen der Patienten bzw. ihres Umfeldes im Mittelpunkt. Die Therapie orientiert sich an den Aufträgen und Anliegen der Patienten. Ziel ist es symptombefördernde Verhaltensweisen, Interaktionsmuster und Bewertungen umzuwandeln und neue, gesundheitsfördernde Lösungsansätze zu entwickeln. In die Therapie können Lebenspartner oder andere wichtige Bezugspersonen mit einbezogen werden. Die systemische Therapie im Mehrpersonensetting, die beispielsweise gemeinsam mit der Kernfamilie stattfinden kann, nutzt die Angehörigen als wichtige Ressource für die Behandlung und die Veränderung bedeutsamer Beziehungen und Interaktionen.

Wer bezahlt was?

Die Behandlung psychischer Krankheiten wird von allen Krankenkassen, gesetzlich und privat, nach vorherigem Antrag & Prüfung finanziert, wenn die Kriterien für eine Erkrankung erfüllt sind und eine Diagnose gestellt werden kann. Allgemeine Lebens-, Erziehungs- oder Partnerschaftsprobleme gehören nicht dazu. Beratungsstellen sind hierfür die fachliche Ansprechstelle bzw. die Finanzierung ist selbst zu tragen.

Honorar

Der Stundensatz Psychotherapie (50 Minuten) beläuft sich auf 130 € für Selbstzahler und Privatversicherte. Er korrespondiert mit dem Stundensatz für Versicherte in der gesetzlichen Krankenkasse. Die Gebührenordnung für Psychotherapeuten (GOP) als private Leistung existiert seit vielen Jahren unverändert fort. Er liegt ca. 30 € unterhalb des Niveaus für gesetzlich Versicherte. Das ist nicht zeitgemäß.

Kurzfristige Absage, Terminversäumnis

Die Kundin/der Kunde verpflichtet sich, die fest vereinbarten Behandlungstermine pünktlich wahrzunehmen und bei Verhinderung rechtzeitig, d. h. 48 Werktagstunden vor dem vereinbarten Termin, abzusagen. Eine Absage über das Wochenende zum Montag der kommenden Woche hat am Donnerstag, spätestens am Nachmittag, zu erfolgen. Dazu genügt eine schriftliche Mitteilung oder eine telefonische Absage, auch auf Anrufbeantworter oder per E-Mail.

Bei nicht rechtzeitiger Absage wird ein Bereitstellungshonorar in Höhe von 80% des vereinbarten Stundenhonorars in Rechnung gestellt. Das gilt für Privatversicherte und Selbstzahler gleichermaßen. Es gibt zu dieser Regelung eine Reihe begründeter & gerichtlich bestätigter Ausnahmen. Ich nenne Sie Ihnen gerne.

Verschreiben Sie Medikamente?

Die Frage einer Medikation hängt im Einzelfall vom Krankheitsbild ab. Mitunter ist der zeitlich begrenzte Einsatz von Medikamenten sinnvoll und hilfreich. Bei einer solchen Kombinationstherapie kooperiere ich mit dem entsprechenden Facharzt.

Behandlungsdauer

Angeboten werden fokussierte Kurzzeitbehandlungen bzw. therapeutische Gespräche zu persönlichen, privat-beruflichen Problemkonstellationen. Gespräche sollten so häufig wie notwendig und so selten wie möglich sein. Schwere Erkrankungen, Chronifizierungen & Süchte bedürfen intensiver Langzeitbehandlung(en). Sie werden von mir nicht mehr durchgeführt.

Wie ist der Datenschutz?

Die Gespräche unterliegen der Schweigepflicht. Mit einer schriftlichen Einwilligung können Sie mich von der Schweigepflicht entbinden. Dies ist z.B. notwendig, um mit Ihrem Arzt Information auszutauschen bzw. Zusammenarbeit zu ermöglichen.

Von der Schweigepflicht bin ich per Gesetz entbunden, wenn Sie mich davon in Kenntnis setzen, dass Sie z. B. eine Straftat planen bzw. in Kürze ausführen werden. Ebenso bei einem Notstand für Leib und Leben. (§ 34 StGB).

Erklärung zum Datenschutz